Montag, 28. Mai 2012

Euroceltes Straßburg

Dass schöne Dudelsackmusik sich nicht auf Schottland bzw. die Great Highland Bagpipe beschränkt, ist sicher nichts Neues. Aber gerade der Schottische Dudelsack, also die Great Highland Bagpipe, erfreut sich in ihren verschiedenen Traditionen einer ungebrochenen und stetig wachsenden Sympathie, die im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend ist.

Die Teilnehmer des Workshops mit Robert Watt vor der Ornagerie/Straßburg
So führte mich meine Leidenschaft für die Great Highland Bagpipe und ihre Musik letztens nach Straßburg, zum Festival Euroceltes. Eigentlich ein bretonisches Festival - und da Irland und Schottland enge Verbindungen zur Betagne aufweisen, fand u.a. auch ein Workshop mit dem Weltklasse-Piper Robert Watt (Nordirland) und eine Competition für Pipes & Drums statt, bei der sich die Glen Regnitz Pipeband and Friends den 2.Platz im Open Grade sicherte.

Eine typische Bagad spielt sich vor dem Festumzug ein

Beim großen Festumzug durch die Straßburger Altstadt und ums Münster traf dann die schottische Dudelsack-Tradition auf die bretonische. Die Bretonen haben Bagad bzw. Bagadou (Plural), das sind Bands im Stil der schottischen Pipes & Drums, bei denen neben der Great Highland Bagpipe und den verschiedenen Trommeln auch Instrumente wie Bombarden, Klarinetten und Akkordeons zum Einsatz kommen. Das Ergebnis: Musik, die in Blut und Füße übergeht!


Glen Regnitz Pipeband and Friends mit Robert Watt

Mich hat diese Art von Pipe-Musik auf jeden Fall überzeugt, auch wenn ich mich zukünftig weiterhin der schottischen Tradition widmen werde. Und: Ich freue mich jetzt schon auf das Festival Euroceltes 2014!

Happy Piping
Roland


PS: Bitte nicht vergessen - am 6.6.2012 ist ab 19:00 Schottischer Abend auf Schloss Guteneck!



Dienstag, 1. Mai 2012

Schottischer Abend!

Es ist wieder soweit: Am 6.6.2012 findet auf Schloss Guteneck bei Nabburg wieder ein Schottischer Abend statt. War er die vergangenen Jahre der Auftakt zum jährlichen Dudelsack-Workshop mit Thomas Zöller von der Dudelsack-Akademie in Hofheim/TS., so ist er dieses Jahr in diesen eingebettet. Das hat den großen Vorteil, dass Thomas dieses Jahr auch am Schottischen Abend teilnehmen kann und uns - und darauf freue ich mich jetzt schon - mit seinem Können unterhalten wird. Als bisher einziger deutscher Absolvent eines akademischen Studiengangs in Schottland mit Schwerpunkt Great Highland Bagpipe ist er nicht nur ein sehr guter Lehrer, sondern ein mindestens ebenso guter Performer!


Ein weiteres Highlight: die vierköpfige Session-Band, die mit  Folkmusik von beiden Seiten des Atlantiks aufwarten wird. Ich habe die Jungs im Oktober in Selb im Vorprogramm der Tannahill Weavers gehört und war begeistert. So muss Folk sein!

Eine Neuerung gibt es dieses Jahr auch. Das schottische Lebenswasser wird diesmal von Walburga und Günter Graf vom Gasthaus Sorgenfrei in Altendorf angeboten. Dass die beiden vom Fach sind, versteht sich natürlich von selbst.

Ich freue mich schon darauf, am Schottischen Abend wieder viele Bekannte und Freunde zu treffen - und auch viele neue Leute kennen zu lernen. Bis dahin

Happy Piping
Roland


Sonntag, 26. Februar 2012

"Wenn ich jetzt Dudelsack lernen wollte,

was bräuchte ich denn da für den Anfang?"
Diese Frage wird mir regelmäßig bei Auftritten gestellt, oft fällt dabei auch der Namen eines einschlägigen Musikhändlers im Internet und natürlich die beliebte Auktionsplattform, die mit "3,2,1 ... meins" wirbt. Ich beeile mich in solchen Situationen dann gerne dabei, Licht ins Dunkel zu bringen: Das einzige, was Sie brauchen, ist ein Practice Chanter - und am Besten einen Lehrer!

Auf keinen Fall braucht man als Anfänger einen Dudelsack - und schon gar kein "Deko-Objekt" für ein paar Hundert Euros. Sicher: Gelegentlich kann man tatsächlich ein Schnäppchen machen. Aber das Risiko, den Einsatz in den Sand zu setzen, ist einfach zu hoch! Die einfachen Erkennungsmerkmale dieser Deko-Objekte, denn mehr sind diese Dudelsäcke nicht: Sie sind nicht aus African Blackwood, sondern meist aus einem helleren Holz (oft Rosenholz oder Pallisander). Oft stammen sie aus Pakistan. Ein wichtiges Indiz ist auch der Preis: Ein vernünftiges Instrument, selbst wenn es gebraucht ist, kostet je nach Machart ab ca. 600 Euro.
Und: Wer beginnt, die Great Highland Bagpipe (GHB) zu erlernen, braucht keinen Dudelsack!

Denn bevor es auf die GHB geht, wird erst einmal die Fingertechnik erlernt - und zwar auf einer Übungsflöte,  Practice Chanter genannt. Diese Anschaffung ist unumgänglich, der Practice Chanter begleitet einen das komplette Piper-Leben. Denn darauf wird die Fingertechnik trainiert und neue Stücke etc. einstudiert.
Eindeutig mein bester Practice Chanter: African Blackwood, standard, von Douglas MacPherson!

Auch Practice Chanter gibt es reichlich im Internet und beim Kauf sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden. Denn das Gehör gewöhnt sich an das, was dem Practice Chanter entlockt wird, d.h. im schlimmsten Fall, lernt es, falsch zu hören. Ein großes Manko billiger Practice Chanter ist nämlich: Sie sind nicht nur unbefriedigend gebohrt, sondern lassen sich auch nicht stimmen,, - gestimmt werden muss der Practice Chanter aber.

Im allerbesten Fall fragt der potentielle Anfänger also einen erfahrenen Piper, was der empfiehlt und widersteht der Versuchung bei einer Online-Auktion ein Schnäppchen zu machen.

In diesem Sinne - Happy Piping!
Roland

Sonntag, 29. Januar 2012

Fair fa' your honest,

sonsie face,
Great cheftain o' the pudding-race!

So beginnt das Gedicht "Address To A Haggis" von Robert Burns, der am Mittwoch seinen 253. Geburtstag gefeiert hätte. Unzählige Werke, viele davon in seiner Mundart Scots geschrieben, verschafften dem Poeten aus Alloway in Ayrshire rasch Kultstatus - neben Sir Walter Scott wird er als Schottischer Nationaldichter verehrt. Zu Recht! Auch wenn sein bekanntestes Werk, das weltberühmte "Auld Lang Syne", wohl auf einem schon vorhandenen Lied basiert, seine Version ist weltweit von der internationalen Pfadfinderbewegung adaptiert und auf fast jeder Veranstaltung mit schottischem - aber auch britischem Charakter - wird seine "Neudichtung" als Lied der Freundschaft zum Abschied gesungen.
So auch am sogenannten Burns Supper: Einem Galadinner, in dessen Mittelpunkt neben dem Leben und dem literarischen Werk des Dichters auch der Haggis, eine besondere Spezialität der schottischen Küche, steht. Traditionell findet dieses Dinner am 25.01. oder dem darauf folgenden Wochenende statt und wird von Schotten und Schottlandfans weltweit gefeiert - oder besser gesagt: zelebriert! Je nach Größe der Veranstaltung mit viel Pipemusik, Rezitation Burn´scher Texte wie zum Beispiel "Tam o' Shanter", Highland Dancing, Whisky-Verkostung und vielem mehr.

  
3 Piper und 1 Haggis
Natürlich ist das Burns Supper auch eine "Pflichtveranstaltung" für Dudelsackspieler - und oft auch für deren Familien. Dieses Jahr lud Christoph, ein befreundeter Piper, zum Burns Supper im kleinen Familienrahmen: Den kleinen Kindern zuliebe zur Mittagszeit und ohne dem sonst üblichen Vorlesen einiger Gedichte. Aber mit 3 Pipern, die den Gang des leckeren Haggis ins Esszimmer musikalisch begleiteten. Danach schmeckte dieser gleich doppelt gut!

Happy Piping
Roland

Samstag, 7. Januar 2012

Ein gutes Neues Jahr 2012!

Das Neue Jahr begann wie das Alte aufhörte: Mit Dudelsackmusik! In der Woche nach Weihnachten hatte ich zwei Auftritte  - und an Silvester und Neujahr ebenfalls die Möglichkeit, vor Publikum zu spielen.

Besonders in Erinnerung wird mir dabei das Eisschwimmen in Herrieden bei Ansbach bleiben. Gut, es war mit 8-10°C nicht wirklich kalt für einen 1. Januar und schließlich musste ich ja auch nicht ins ca. 4,2°C kalte Wasser. Trotzdem: der Anblick der Schwimmer, einige davon tatsächlich nur in Badehose, ließen mich doch etwas zittern - und zwar schon bevor mir die feuchte Kälte unter den Kilt kriechen konnte.

Die Eisschwimmer von Herrieden. Copyright by Jörg Behrendt
Natürlich lag das auch zu einem guten Teil an der viel zu kurzen Nacht von Silvester auf Neujahr. Ich war bei einem befreundeten Dudelsackspieler in Erlangen eingeladen, mit dem zusammen das Neue Jahr natürlich mit Bagpipe-Klängen begrüßt wurde. Mit ihm ging es dann auch am nächsten Tag weiter nach Herrieden.

Die Piper in Herrieden. Copyright by Jörg Behrendt

Die sportliche Leistung der 22 Eisschwimmer ist bemerkenswert! Allein der Gedanke, in das kalte Wasser zu steigen, lässt mich jetzt noch Frostbeulen bekommen ;-)

Ein gutes Neues Jahr 2012 und happy piping!
Roland

Samstag, 17. Dezember 2011

Kleider machen Leute!


Ein Mann im Kilt, heißt es in Schottland, ist ein Mann plus ein halber!

Sicher - ein Dudelsackspieler in authentischer, schottischer Tracht macht wirklich etwas her. Vor allem, wenn der Kilt gut gearbeitet ist, schön fällt und mit der ihm zustehenden Würde getragen wird. Der Rest hängt dann natürlich vom Individuum ab ...

Ich trage sehr gerne Kilt und Highland-Dress, versuche auch, mich stets auf die entsprechende Situation einzustellen, d.h dem Anlass durch die Wahl meiner Kleidung gerecht zu werden. Also zu einer Hochzeit oder einer besonders feierlichen Geburtstagsfeier nicht im Day-Dress zu spielen, sondern trage entweder Semi-Dress mit schwarzer Jacke und weißem Hemd oder sogar Montrose-Outfit mit Jabot-Kragen und -Manschetten.

Piper zur Hochzeit -  im Montrose-Outfit


Natürlich hängt das auch vom Geschmack des Einzelnen ab. Ein befreundeter Piper erzählte mir mal, dass er sich im Highland-Dress verkleidet fühlen würde. Das kann ich gut nachvollziehen: Wer kennt nicht das klassische Bild des "Bank-Azubis", der die ersten Wochen seiner Berufslaufbahn wie verkleidet in seinem Anzug mit Hemd und Krawatte aussieht? Ein paar Monate später kann man sich fast nicht vorstellen, dass er auch etwas anderes tragen könnte. Auch an den Highland-Dress muss man sich erstmal gewöhnen - und je öfter man ihn trägt, desto natürlicher wird man sich darin fühlen.

Prinzipiell brauche ich keinen Kilt, um Dudelsack zu spielen! So spiele ich auch schon mal in Alltagskleidung oder Anzug, wenn ich abschätzen kann, dass es besser passen würde. So zum Beispiel zu einem Brunch anlässlich eines 50. Geburtstages: Als Gast spielte ich eine kleine Einlage - und da der Brunch in einem Tex-Mex-Restaurant stattfand, entschloss ich mich, auf Kilt etc. zu verzichten. Ich denke, der Musik hat das nicht geschadet.


Happy Piping!
Roland

Freitag, 2. Dezember 2011

Dieses Jahr wirklich etwas Besonderes!

Für "Einzelkämpfer an der Pipe" wie mich ist es immer wieder aufs Neue etwas Besonderes, mit anderen Dudelsackspieler zusammenzuspielen. Und wenn dann noch Trommler dazu kommen und gemeinsam marschiert werden soll, wird es so richtig spannend!

So auch letzte Woche: Burkhard Graf Beissel von Gymnich hatte zum Festumzug zur Eröffnung des Historischen und Romantischen Weihnachtsmarkts auf Schloss Guteneck bei Nabburg geladen und Horst, Dieter, Detlef und Hannes von der Glen Regnitz Pipe Band und die Geisenfeld Highlanders mit Jörg, Stu und Tim kamen.
Die Pipes & Drums warten auf den Abmarsch des Festumzugs
Obwohl wir in dieser Formation noch nie geprobt oder gespielt hatten, zeigte sich bereits beim Einspielen, dass die Piper unter der Leitung von Horst gut harmonieren würden. Auch das Marschieren klappte nach einer gewissen Eingewöhnung recht anständig.

Ein wirklich kritischer Punkt war die Witterung! Eigentlich war es nicht kalt, durch den Nebel und die ständige Bodenfeuchtigkeit zog es aber ordentlich ins Gebälk - und auch die Instrumente litten ein wenig, sodass die eine oder andere Pipe etwas mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen hatte. Der Sound der Gruppe hielt sich aber erstaunlich gut und der Applaus fiel entsprechend großzügig aus.


Die Pipes & Drums beim Platzkonzert

Auch unser Fazit war durchweg positiv: Es machte uns allen Spaß auf Schloss Guteneck zu spielen! Bei mir kam sogar so etwas wie "Tattoo feeling light" auf, als wir durch die Zuschauermenge auf das Schloss-Tor zumarschierten. Das Publikum zeigte sich begeistert und beim Anblick der Menge, marschierte es sich gleich noch viel besser!


Vielleicht werden wir ja den einen oder anderen Zuschauer bei unserem Schottischen Abend auf Schloss Guteneck im Sommer wiedersehen. Freuen würde es mich!

Happy piping
Roland